aDvens, ein führendes, unabhängiges europäisches Unternehmen für Cybersicherheit, hat seinen Threat Status Report für das Jahr 2025/2026 veröffentlicht, der einen Überblick über die aktuelle Cyberbedrohungslandschaft gibt und verschiedene Trends aufzeigt, die diese prägen.
Im vergangenen Jahr sind in diesem Zusammenhang verschiedene Kennzahlen merklich angestiegen: Die Anzahl der Cyberangriffe auf Lieferketten, die Anzahl der Datendiebstähle und der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) durch Cyberkriminelle. In Kombination mit anhaltenden geopolitischen Krisen weltweit ergibt sich daraus eine immer komplexere und unvorhersehbarere Cyberbedrohungslandschaft und eine kontinuierlich steigende Bedeutung von Cyberbedrohungen als strategischer Risikofaktor für Unternehmen.
Das Cyberbedrohungsjahr 2025 in Zahlen
Konkret stieg beispielsweise die Anzahl der gemeldeten Ransomware-Angriffe um 33 Prozent im Vergleich zum Jahr 2024. Mehr als 60 Prozent der vom aDvens SOC (Security Operations Center) bearbeiten Warnmeldungen der Prioritätsstufe 1 lassen sich auf offensive, anhaltende und böswillige Aktivitäten von Schadakteuren zurückführen – ein Anstieg um fast zehn Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr.
Das CSIRT (Computer Security Incident Response Team) im aDvens CERT (Computer Emergency Response Team) hat im Rahmen von mehr als 20 Einsätzen im vergangenen Jahr auf verschiedene Bedrohungen reagiert. Die Anzahl der Einsätze war damit zwar geringer als im Jahr 2024, ihre Schwere und Auswirkungen waren jedoch oftmals erheblich. Der schwerwiegendste bekannte Cyberangriff im vergangenen Jahr war der auf den britischen Automobilhersteller Jaguar Land Rover, der diesen laut eigenen Angaben 485 Millionen Pfund gekostet hat.
Fast jede zweite vom aDvens CERT im Rahmen eines Einsatzes empfohlene Maßnahme stand in direktem Zusammenhang mit Zugriffs- und Berechtigungsmanagement. Dabei wurden gestohlene Anmeldedaten in irgendeiner Form bei 80 Prozent der gemeldeten Angriffe genutzt. Dies verdeutlicht noch einmal die teilweise schwerwiegenden Lücken hinsichtlich Identitätsschutz in zahlreichen Unternehmen.
Sechs Trends, die das Cyberbedrohungsjahr 2025 geprägt haben
Die wichtigsten Trends, die aDvens im vergangenen Jahr beobachtet hat:
- Angreifer zielen auf die Lieferkette ab: Das Jahr 2025 war von groß angelegten Kampagnen gegen Zulieferer anderer Unternehmen und insbesondere gegen Software-Anbieter geprägt, darunter beispielsweise Oracle, Salesforce und NPM.
- Datendiebstahl wird zum alltäglichen Risiko: Im vergangenen Jahr wurden häufig massive Datendiebstählen verzeichnet, genau wie die Nutzung gestohlener Verbindungs- und Anmeldedaten durch Angreifer, die dafür z. B. Infostealer nutzten.
- Angreifer nutzen zunehmend generative KI: Der Einsatz von generativer KI durch Angreifer ist mittlerweile weit verbreitet. KI ermöglicht es ihnen Schadcode schneller und einfacher zu erstellen und Phishing-Kampagnen im großen Maßstab durchzuführen.
- Ransomware erlebt einen neuen Boom: Neue Gruppen von Cyberangreifern setzen zunehmend auf ausgefeilte Social Engineering-Techniken, um wichtige Ziele zu kompromittieren. Sie arbeiten dafür ebenfalls zunehmend mit technisch versierten Ransomware-Gruppen zusammen.
- Schwerwiegendere Folgen: Direkte und indirekte Cyberangriffe auf kritische Systeme in Unternehmen nehmen zu – ein besonders eindrückliches Beispiel dafür ist der Fall Jaguar Land Rover, der die britische Wirtschaft insgesamt rund 2,19 Milliarden Euro kosten wird.
- Eine zunehmend geopolitische Bedrohungslandschaft: Cyberkriminalität spielt auch in geopolitischen Konflikten zunehmend weltweit eine immer größere Rolle, sowohl öffentlichkeitswirksam als auch im Verborgenen.
„Im Jahr 2025 konnten wir feststellen, dass sich bestimmte, bereits in der Vergangenheit identifizierte Trends noch einmal verstärkt haben, darunter die kontinuierliche Zunahme des weltweiten Angriffsvolumens und die Schwere ihrer Auswirkungen bei Erfolg“, sagt Andreas Süß, CEO DACH (aDvens GmbH). „Gut vorbereitete Unternehmen sind zwar nach wie vor in der Lage, die grundlegendsten Angriffe zuverlässig abzuwehren, aber weniger ausgereifte Strukturen bleiben anfällig für Cyberkriminalität in großem Maßstab. Diese Kluft vergrößert sich jedoch, insbesondere durch den massiven und zunehmenden Einsatz von künstlicher Intelligenz, der die Dynamik von Cyberbedrohungen und Cybersicherheit noch einmal beschleunigt. Für die Cybersicherheitsbranche bedeutet dies, dass sie Maßnahmen und Initiativen kontinuierlich an die aktuelle Situation anpassen muss, um Angreifern in Zukunft einen Schritt voraus zu sein.“
Weitere Erkenntnisse finden Sie im aDvens Threat Status Report 2025/2026. Dieser steht Ihnen hier zum Download bereit.
