Barracuda Threat Spotlight: Barracuda identifiziert sieben Millionen Phishing-Angriffe in vier Wochen

Im Gegensatz zu herkömmlichen Phishing-Methoden bietet Device-Code-Phishing für Angreifer verschiedene Vorteile hinsichtlich Tarnung, Persistenz und Umgehung von Sicherheitsmaßnahmen

München, 23.04.2026 /

Eine neue Untersuchung von Barracuda zeigt detailliert, wie Angreifer den Prozess der Device-Code-Authentifizierung ausnutzen, um dauerhaften und autorisierten Zugriff auf Dienste wie Microsoft 365 und Entra ID zu erlangen. Darauf basierende Angriffe nehmen stark zu, da Device-Code-Phishing durch Phishing-as-a-Service-Tools wie das kürzlich gemeldete EvilTokens-Kit zunehmend professionalisiert wird. Barracuda hat in den vergangenen vier Wochen sieben Millionen Phishing-Angriffe mithilfe von Geräte-Codes identifiziert.

Device-Code-Authentifizierung ermöglicht es Nutzern, sich auf einem Endgerät anzumelden, indem sie einen kurzen Code auf einem anderen, vertrauenswürdigen Gerät eingeben. Die Methode wird häufig für Endgeräte mit eingeschränkten Schnittstellen verwendet, beispielsweise Fernseher, Drucker oder Tools mit Befehlszeilenschnittstelle (CLI). Beim Device-Code-Phishing verleiten Angreifer Nutzer dazu, einen legitimen Authentifizierungs-Code auf einer echten Anmeldeseite einzugeben, dabei aber das Endgerät des Angreifers anstelle ihres eigenen Endgeräts zu autorisieren.

Konkret läuft der Angriff wie folgt ab: Die Angreifer fordern einen legitimen Geräte-Code bei Microsoft an und senden dem Opfer dann eine Phishing-Mail, die das Opfer dazu verleiten soll, den Code auf einer echten Anmeldeseite wie „microsoft.com/devicelogin“ einzugeben. Das Opfer schließt den Authentifizierungsprozess ab, worauf Microsoft ein OAuth-Zugriffs- und -Authentifizierungs-Token ausstellt, das direkt an den Angreifer weitergeleitet wird.

Device-Code-Phishing hat gegenüber herkömmlichen Phishing-Methoden mit gefälschten Anmeldeseiten mehrere Vorteile, darunter:

  • Legitime Links und keine verdächtigen URLs: Herkömmliche Phishing-Methoden erfordern eine überzeugend gefälschte Website, die von E-Mail-Filtern leicht erkannt werden kann. Beim Device-Code-Phishing werden offizielle Authentifizierungs-URLs genutzt, was es schwieriger macht, böswillige Aktivitäten als solche zu erkennen.
  • Umgeht Multi-Faktor-Authentifizierung und Richtlinien für bedingten Zugriff: Da das Opfer das neue Endgerät selbst autorisiert, erhalten Angreifer ein gültiges Zugriffs-Token, das diese Sicherheitsprüfungen besteht.
  • Langfristiger, dauerhafter Zugriff: Sobald das Opfer den Geräte-Code eingibt, erhält der Angreifer ein Refresh-Token, das es ihm ermöglicht, tage- oder wochenlang den Zugriff auf das Benutzerkonto zu behalten, selbst wenn der Nutzer sein Passwort ändert.
  • Nutzt das Vertrauen und die Gewohnheiten von Nutzern aus: Nutzer sind es gewohnt, regelmäßig einen 6- bis 8-stelligen Code einzugeben, um ihre Endgeräte zu authentifizieren.
  • Unauffälligere laterale Bewegungen: Ein Angreifer kann eine Gerätesitzung unbemerkt kapern, ohne dabei einen Alarm auszulösen.

Erfolgreiches Device-Code-Phishing ermöglicht es Angreifen, langfristigen Zugriff auf Cloud-E-Mail- und -Identitätsumgebungen zu erlangen, ohne dafür Passwörter stehlen zu müssen und ohne herkömmliche Sicherheitswarnungen auszulösen.

„Device-Code-Phishing hat sich als Teil des PhaaS-Modells professionalisiert und ist so zu einer gefährlichen und skalierbaren Bedrohung geworden“, sagt Saravanan Mohankumar, Manager im Threat Analysis Team von Barracuda. „Sicherheitsmaßnahmen müssen schnell daran angepasst werden: Mehrschichtige Sicherheitskontrollen, darunter erweiterte E-Mail-Filter, Mechanismen zum Identitätsschutz und kontinuierliche Überwachung können dazu beitragen, die Angriffsfläche von Endgeräten zu reduzieren. Strengere Kontrollen bei der Geräteautorisierung sowie Nutzer dafür zu sensibilisieren, Verifizierungs-Codes nur in vertrauenswürdigen Kontexten einzugeben, können zusätzlich dazu beitragen, solche Angriffe zu verhindern.“

Weitere Informationen finden Sie auf dem Barracuda-Blog.

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