Bayern Kapital, die Venture- und Growth-Capital-Gesellschaft des Freistaats Bayern, beteiligt sich erstmalig an der Amplifold GmbH, einem Spin-off der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Amplifold entwickelt eine DNA-Origami-basierte Signalverstärkungsplattform, die die Empfindlichkeit von Lateral-Flow-Schnelltests (LFAs) enorm steigert – bei gleichbleibender Einfachheit und Kosteneffizienz des Testformats. An der überzeichneten Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von insgesamt 5 Millionen Euro beteiligten sich neben Bayern Kapital die beiden Lead-Investoren Matterwave Ventures und XISTA Science Ventures sowie b2venture und Becker Ventures (Teil der Labor Becker Gruppe). Amplifold wird die Mittel für die Weiterentwicklung seiner Technologie und die IVDR-Zulassung seines ersten In-vitro-Diagnostikprodukts in Europa nutzen.
Der globale Markt für diagnostische Schnelltests (Point-of-Care-Testing) gehört zu den am schnellsten wachsenden Segmenten im Gesundheitswesen und wird bis 2030 auf über 80 Milliarden US-Dollar geschätzt. Lateral-Flow-Tests (LFAs), zum Beispiel für Infektionen oder kardiovaskuläre Marker, sind zwar weltweit etabliert, stoßen aber bei der Sensitivität an technologische Grenzen: Aktuelle Schnelltests erreichen durchschnittlich nur bis zu 75 Prozent Genauigkeit, was häufig zu Fehldiagnosen führt und den Einsatz zeit- und kostenintensiver PCR-Labortests nötig macht.
Medizintechnologischer Durchbruch mit weitreichenden Auswirkungen
Genau hier setzt Amplifold, ein im Jahr 2025 gegründetes Spin-off der LMU München, an: Mithilfe programmierbarer DNA-Origami-Nanostrukturen steigert das Unternehmen die analytische Sensitivität von Schnelltests um das bis zu 100-Fache. Damit wird es erstmals möglich, PCR-ähnliche Diagnostik in Echtzeit und direkt am Patienten durchzuführen – kostengünstig, ohne Labor und innerhalb weniger Minuten.
Die Plattform des Unternehmens basiert auf Erkenntnissen einer in Nature Communications veröffentlichten Studie, die zeigt, dass programmierbare DNA-Origami-Nanostrukturen die Testempfindlichkeit klassischer LFAs drastisch erhöhen können, ohne dessen Testformat oder bestehende Herstellungsprozesse zu verändern. Diese Technologie ermöglicht kostengünstigen Schnelltests die Sensitivität von gerätebasierten Tests – und eröffnet neue Anwendungsmöglichkeiten in der dezentralen Diagnostik, Point-of-Care-Testing und globalen Gesundheitsversorgung in vielen Bereichen, darunter Kardiologie, Neurologie mit Fokus auf Schlaganfälle und Infektionsmedizin.
Die Mittel aus der Finanzierungsrunde nutzt Amplifold, um seine Technologie der Signalverstärkung in eine marktfähige industrielle Lösung zu überführen, das Produktentwicklungs- und Regulatory-Team auszubauen und die IVDR-Zulassung des ersten In-vitro-Diagnostikprodukts in Europa vorzubereiten. Zudem wird das Unternehmen in das Innovations- und Gründerzentrum für Biotechnologie (IZB) in Martinsried – eines der führenden Life-Science-Startup-Zentren Europas – umziehen und dort von der Nähe zu akademischen und klinischen Partnern profitieren.
„Lateral-Flow-Tests haben den Zugang zur Diagnostik revolutioniert, aber ihre Empfindlichkeit blieb traditionell hinter den zentralen Laborsystemen zurück. Mit der DNA-Origami-Signalverstärkung können wir viel mehr Signalgeber auf jedes Bindungsereignis eines Standardstreifens programmieren. Kostengünstige Schnelltests erreichen auf diese Weise die Sensitivität von Labor-Messgeräten, ohne dass das Grundformat verändert werden muss”, sagt Dr. Maximilian Urban, Co-Gründer von Amplifold und Haupterfinder der Kombination aus DNA-Origami-Nanotechnologie und Lateral-Flow-Assays.
„Die DNA-Origami-Technologie von Amplifold hat das Potenzial, diagnostische Schnelltests grundlegend zu verändern – hin zu Laborgenauigkeit in wenigen Minuten, bis zu 100-fach höherer analytischer Empfindlichkeit und direkt am Point-of-Care. Als langfristiger Partner innovativer Med- und DeepTech-Pioniere freuen wir uns, diesen Weg gemeinsam zu gehen und die nächste Generation der Diagnostik aktiv mitzugestalten“, sagt Monika Steger, Geschäftsführerin von Bayern Kapital.
Über Amplifold
Die Amplifold GmbH ist ein Spin-off der LMU München und entwickelt eine ultrasensitive Signalverstärkungsplattform für Lateral-Flow-Immunoassays (LFAs). Mithilfe programmierbarer DNA-Origami-Nanostrukturen steigert Amplifold die analytische Empfindlichkeit von Schnelltests um das bis zu 100-Fache – bei gleichbleibender Einfachheit, Robustheit und Kosteneffizienz. Mit der Vision „Erschwinglichkeit trifft Genauigkeit“ und „Design im Nanomaßstab. Globale diagnostische Wirkung“ strebt Amplifold an, Technologieführer für ultrasensitive LFAs in der In-vitro-Diagnostik und den Biowissenschaften zu werden.

