Eclipse Dataspace Working Group (EDWG) reicht zwei offene Protokolle zur ISO/IEC-Standardisierung ein

Eclipse Dataspace Protocol und Eclipse Dataspace Decentralised Claims Protocol erleichtern Datenaustausch, Vertrauensbildung und Identitätsprüfung in Datenräumen weltweit

Brüssel, 02.12.2025 /

Die Eclipse Foundation, eine der weltweit größten Open-Source-Software-Stiftungen, gibt gemeinsam mit der Eclipse Dataspace Working Group (EDWG) die Freigabe zweier zentraler Protokollspezifikationen bekannt. Diese Spezifikationen werden im Rahmen des ISO/IEC-JTC1-Verfahrens für „Publicly Available Specifications“ (PAS) zur internationalen Standardisierung eingereicht.

Die neuen Protokolle sind ein wichtiger Schritt hin zu offenen, interoperablen und souveränen Datenräumen. Darüber können Unternehmen, Branchen und Staaten Daten sicher austauschen und behalten die Kontrolle über ihre Informationen.

Die beiden Spezifikationen im Überblick:

  • Eclipse Dataspace Protocol definiert den interoperablen Datenaustausch zwischen Akteuren auf Basis moderner Webtechnologien und wird durch Nutzungskontrolle geregelt.
  • Eclipse Dataspace Decentralised Claims Protocol beschreibt ein Overlay-Protokoll für die Vertrauens- und Berechtigungsprüfung. Es lässt verschiedene Aussteller von Berechtigungsnachweisen zu und macht eine Überprüfung durch Dritte überflüssig.

„Open Source steht im Zentrum digitaler Souveränität“, sagt Mike Milinkovich, Managing Director der Eclipse Foundation. „Wenn offene Standards auf Community-getriebene Innovation treffen, behalten Organisationen die Kontrolle über ihre Daten und ihre Infrastruktur. Die neuen Protokolle und ihr Weg zur internationalen Standardisierung sind ein gutes Beispiel dafür, wie eine offene Zusammenarbeit das Vertrauen und die Interoperabilität in der globalen Datenökonomie stärkt.“

Mit offenen Standards zur digitalen Souveränität

Datenräume avancieren zum Eckpfeiler der digitalen Souveränität. Damit können Staaten, Branchen und Unternehmen sicherstellen, dass Daten bei ihren rechtmäßigen Eigentümern verbleiben. Das ist entscheidend, um Privatsphäre zu schützen, fairen Wettbewerb zu fördern und nationale wie regionale Autonomie zu wahren. Digitale Souveränität durch Datenräume schafft zudem einen Rahmen für vertrauenswürdige, transparente und faire Formen des Datenaustauschs.

Die beiden neuen Protokolle bilden die Grundlage eines offenen Protokoll-Stacks, der Interoperabilität zwischen souveränen Datenräumen ermöglicht und den erfolgreichen Datenaustausch sicherstellt. Das Eclipse Dataspace Protocol dient dabei als Basisschicht für die technische Interoperabilität zwischen Datenraum-Katalogen, Verträgen und Datenebenen. Das Decentralised Claims Protocol ergänzt diese Schicht um dezentrales Vertrauen, die Prüfung von Berechtigungsnachweisen und Interoperabilität über Ökosystemgrenzen hinweg.

Gemeinsam schaffen diese Protokolle einen einheitlichen Stack offener Standards für einen sicheren, souveränen Datenaustausch. Parallel dazu erarbeitet die EDWG zusätzliche Spezifikationen für vertrauensvolle      Datenraum-Frameworks, welche diese Funktionen im Jahr 2026 erweitern werden.

Open-Source-Innovation trifft globale Standards

Als größte Open-Source-Organisation Europas mit einer globalen Community ist die Eclipse Foundation in einer starken Position, europäische Prioritäten mit internationalen Open-Source- und Standardisierungsinitiativen zu verbinden und so die digitale Souveränität zu stärken. Mit einem neutralen Governance-Modell, einem bewährten Rechtsrahmen und dem breiten Netzwerk aus Industrie- und Forschungspartnern sowie durch die Einreichung bei ISO/IEC-JTC1-PAS ist die Eclipse Foundation gut aufgestellt, um Open-Source-Innovationen mit formaler globaler Standardisierung zu verknüpfen.

Darüber hinaus engagiert sich die Eclipse Foundation im technischen Komitee des globalen Normungsgremiums ISO/IEC JTC1 SC38 zu „Cloud Computing and Distributed Platforms“. Konkret arbeitet die Eclipse Foundation in der Arbeitsgruppe WG6 („Data, interoperability and portability“) eng mit diesem Gremium zusammen. Dort fließen die Aktivitäten der EDWG in Standardisierungsprojekte ein – unter anderem in den Entwurf der Norm ISO/IEC 20151 („Dataspace concepts and characteristics“). Diese beschreibt einen erweiterten Protokoll-Stack für interoperable Datenräume und bettet die EDWG-Protokolle ein.

„Die Zusammenarbeit zwischen der Open-Source-Community und globalen Normungsorganisationen ist entscheidend. Es ist erfreulich, wie sich diese Partnerschaft in den Aktivitäten von ISO/IEC JTC1 SC38 konkretisiert. Die PAS-Überführung der EDWG-Standards ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, sagt Anish Karmarkar, Vorsitzender von ISO/IEC SC38.

Die Eclipse Foundation fungiert zudem als Verbindungspartner zu CEN/CENELEC JTC25 („Data management, Dataspaces, Cloud and Edge“) und bringt sich in die Bestrebungen der Europäischen Kommission ein, harmonisierte Standards zur Unterstützung des EU Data Act und verwandter digitaler Richtlinien zu etablieren. Diese Zusammenarbeit sichert die Schlüsselrolle von Open-Source-Technologien beim Aufbau vertrauenswürdiger, transparenter und interoperabler Datenökosysteme in Europa und darüber hinaus.

„Die Fortschritte der Eclipse Dataspace Working Group zeigen: Offene Zusammenarbeit bringt Technologien hervor, die sowohl praxisnah als auch global relevant sind“, sagt Javier Valiño, Program Manager für Dataspaces bei der Eclipse Foundation. „Damit unterstützen wir Organisationen weltweit beim Aufbau vertrauenswürdiger Datenräume und treiben einen sicheren, souveränen Datenaustausch über Branchen- und Ländergrenzen hinweg voran.“

Über die Eclipse Dataspace Working Group

Die Eclipse Dataspace Working Group (EDWG) bietet ein offenes, kollaboratives Forum für Personen und Organisationen, die Open-Source-Software, Spezifikationen und Governance-Modelle für den Aufbau skalierbarer, standardbasierter Datenräumen entwickeln. Ziel der Gruppe ist es, Interoperabilität, Vertrauen und Souveränität in Datenökosystemen durch offene Innovation und Community-getriebene Entwicklung voranzubringen.

Die EDWG wirkt aktiv an der Erstellung und Umsetzung von Standards sowie an der Integration bestehender Open-Source-Projekte mit, die den Aufbau eines globalen Ökosystems interoperabler Datenräume unterstützen.

Unternehmen, Technologieanbieter, Cloud-Provider, Forschungseinrichtungen und öffentliche Organisationen finden in der EDWG eine einzigartige Möglichkeit, mit Standards und Technologien die Zukunft des vertrauenswürdigen Datenaustauschs mitzugestalten. Eine Mitgliedschaft sichert einen Platz in einer wachsenden globalen Community – mit Möglichkeiten zur       Zusammenarbeit, Sichtbarkeit und Übernahme von Führungsrollen in einem der dynamischsten Felder digitaler Innovation.

Erfahren Sie mehr und gestalten Sie die Zukunft von Datenräumen aktiv mit unter dataspace.eclipse.org

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Über Eclipse Foundation

Die Eclipse Foundation bietet einer globalen Community von Entwicklern und Organisationen eine ausgereifte, skalierbare und geschäftsfreundliche Umgebung für Zusammenarbeit und Innovation im Bereich Open-Source-Software. Unter dem Dach der Foundation befinden sich zahlreiche Working Groups, darunter Eclipse IDE, Adoptium, Software Defined Vehicle, Jakarta EE und insgesamt über 415 Open-Source-Projekte, darunter Runtimes, Tools, Spezifikationen und Frameworks für Cloud- und Edge-Anwendungen, IoT, KI, Automotive, Systems Engineering, RISC-V-basierte offene Prozessorarchitektur und viele weitere. Die Eclipse Foundation mit Sitz in Brüssel ist eine internationale Non-Profit-Organisation, die von mehr als 360 Mitgliedern getragen wird. Um mehr zu erfahren, besuchen Sie uns online auf eclipse.org oder folgen Sie uns auf unseren Social-Media-Kanälen @EclipseFdn, LinkedIn.

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