Malwarebytes-Bericht zu Cyber-Kriminalität im dritten Quartal 2019: 60 Prozent mehr Angriffe auf das Gesundheitswesen

Laut dem „Cybercrime Tactics and Techniques Report Q3 2019" dominieren vor allem Emotet und Trickbot die Bedrohungen für den Gesundheitsbereich

München, 13.11.2019 /

Malwarebytes, der führende Anbieter von Lösungen zur Vermeidung und Behebung von Malware-Bedrohungen, präsentiert heute die Ergebnisse seines neuesten Berichts über Cybercrime Taktiken und Techniken aus dem dritten Quartal 2019. Malwarebytes analysiert darin im Vergleich des gesamten Jahres 2018 mit den ersten drei Quartalen 2019 eine Zunahme von 60 Prozent bei der Bedrohungserkennung im Gesundheitssktor. Das signifikante Wachstum lässt mit wachsender Sorge um die Sicherheit um Unternehmen aus dem Gesundheitssektor ins Jahr 2020 blicken.

Laut den Auswertungen von Malwarebytes über ihre Produktdaten hatte das Gesundheitswesen im vergangenen Jahr überwiegend mit Malware von Typ Trojaner zu kämpfen, die im dritten Quartal 2019 um 82 Prozent gegenüber dem Vorquartal angestiegen ist. Die beiden branchenübergreifend gefährlichsten Trojaner der Jahre 2018-2019, Emotet und TrickBot, sind dabei die beiden Hauptschuldigen. Anfang 2019 stiegen vor allem die Erkennungen von Emotet, gefolgt von einer Welle an TrickBot-Erkennungen innerhalb der zweiten Jahreshälfte. Heute haben sich beide Typen zu den größten Bedrohungen für das Gesundheitswesen aufgeschwungen. Aufgrund der alt(ernd)en Infrastruktur, niedriger IT-Budgets und einer Fülle von persönlich identifizierbaren Informationen (PII) haben sich vor allem Gesundheitseinrichtungen zu attraktiven Zielen von Cyber-Kriminellen entwickelt.

„Das Gesundheitswesen ist für unsere Bevölkerung, Industrie und Wirtschaft von entscheidender Bedeutung. Daher ist es besonders besorgniserregend, dass es in den Fokus von Cyber-Kriminellen gerückt ist”, so Adam Kujawa, Director der Malwarebytes Labs. „Emotet, TrickBot, Exploit und Backdoor-Malware, die auf Gesundheitsorganisationen abzielt, sind dafür bekannt, dass sie versteckte Ransomware-Schadensfunktionen in ihren Angriffsprozessen ablegen. Zu lange haben Unternehmen aus dem Gesundheitssektor unter veralteten Endpunkten und unterfinanzierten IT-Abteilungen gelitten, was sie heute besonders anfällig gegen Angriffe von außen werden lässt. Wir sollten das Gesundheitswesen jetzt mit umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen ausstatten, denn die Muster, die wir in unserer Beobachtung erkennen konnten, deuten darauf hin, dass Ransomware versucht, Gesundheitsorganisationen aus verschiedenen Perspektiven anzugreifen.”

Top medical industry threats; Copyright: Malwarebytes

Haupterkenntnisse des Reports von Malwarebytes beinhalten unter anderem:

  • In den ersten drei Quartalen 2019 gab es einen Anstieg der Bedrohungserkennungen bei Gesundheitsorganisationen um 60 Prozent im Vergleich zu 2018.
  • Laut Malwarebytes-Daten ist das Gesundheitswesen derzeit die siebtgrößte Zielbranche von Cyber-Kriminellen; Bildung- und Fertigungs-Sektor belegen 2019 die ersten beiden Plätze.
  • Die Endpunkterkennung ist um 45 Prozent gewachsen, von 14.000 Endpunkterkennung im Gesundheitswesen im zweiten Quartal 2019 auf mehr als 20.000 im dritten Quartal 2019.
  • Trojaner, sogennante Hijacker und Riskware stiegen von Q2 2019 bis Q3 jeweils um über 80 Prozent.
  • Zu den wichtigsten Angriffsmethoden auf Gesundheitsnetzwerke im letzten Jahr zählten:
  1. Ausnutzung von Schwachstellen in Software von Drittanbietern, wie z.B. medizinische Management-Anwendungen oder kundenspezifische Software für Krankenhäuser und Arztpraxen;
  2. Ausnutzung schwacher Sicherheitsvorkehrungen aufgrund von Fahrlässigkeit der Mitarbeiter, Benutzerfehlern und ungenügenden Patch-Frequenzen; sowie
  3. Verwendung von Social-Engineering-Methoden wie Phishing und Spear-Phishing-E-Mails, um bösartige Anhänge und Links zu versenden.
  • Von den vier Regionen der USA (Nordosten, Westen, Süden, mittlerer West) waren Gesundheitseinrichtungen im Westen des Landes am stärksten von Malware betroffen und führten die Erkennungsstatistik mit 42 Prozent der Gesamtzahlen von Malwarebytes an. Der Mittlere Westen lag mit 36 Prozent nicht weit zurück. Der Süden und der Nordosten hatten mit 15 bzw. 7 Prozent weitaus weniger Detektionsanteile.

Der Bericht verdeutlichte darüber hinaus, dass die Folgen einer Verletzung der Cyber-Sicherheit im Gesundheitswesen besonders gravierend sein können. Patientendaten können offengelegt und schlimmer noch, Leben gefährdet werden, da beispielsweise kritische medizinische Geräte und Informationen während eines Angriffs aus dem Gleichgewicht geraten können. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass Gesundheitseinrichtungen daran arbeiten, ihre Sicherheitslage zu verbessern, Mitarbeiter auszubilden bzw. umzuschulen sowie im Falle eines Angriffs Sicherheitsprotokolle zu erstellen bzw. anzuwenden. Mit der Einführung neuer technologischer Innovationen im Gesundheitswesen wird es immer wichtiger, die Sicherheit beim Produkt- oder Plattformdesign zu berücksichtigen.

Den vollständigen Bericht können Sie hier herunterladen.

Weitere Informationen zum Bericht finden sie auch auf dem offiziellen Blog von Malwarebytes.

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