Siebzig Prozent der jungen Erwachsenen zwischen 18 und 22 Jahren waren im vergangenen Jahr mit einem KI-gestützten Betrugsversuch konfrontiert. In der Gesamtbevölkerung lag der Anteil bei 50 Prozent. Das zeigt eine neue Studie von Malwarebytes, einem weltweit führenden Anbieter von Cyberschutz in Echtzeit. Junge Erwachsene gehören zu den frühesten und begeistertsten Nutzern von Künstlicher Intelligenz. Gleichzeitig geraten sie besonders häufig ins Visier KI-gestützter Betrugsmaschen und erleben Identitätsmissbrauch sowie Täuschung im Internet.
An der Studie nahmen Menschen aus den USA, dem Vereinigten Königreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. Die Ergebnisse zeigen, dass KI nicht nur verändert, wie junge Menschen das Internet nutzen. Sie beeinflusst auch, ob sie diesem noch vertrauen.
„Junge Erwachsene nehmen KI begeistert an“, sagte Mark Beare, Head of Consumer bei Malwarebytes. „Das Problem ist, dass Betrüger sie ebenfalls begeistert einsetzen. Sie nutzen KI, um ihre Betrugsmaschen glaubwürdiger und persönlicher zu gestalten und die Erkennung deutlich zu erschweren. Wir verlangen von den Nutzern, sich in einem Internet zurechtzufinden, in dem sie ihren eigenen Augen nicht mehr trauen können. Diese Last dürfen wir nicht Einzelnen aufbürden.“
KI erschwert es, Vertrauen aufzubauen
Die Studie zeigt, dass junge Erwachsene zunehmend hinterfragen, was sie im Internet sehen, weil KI-generierte Inhalte immer weiter zunehmen.
- 50 Prozent stimmen der Aussage zu, dass es immer schwieriger wird, echte Online-Inhalte zu erkennen. In der Gesamtbevölkerung sind es 42 Prozent.
- 44 Prozent sind bereits auf KI-generierte Informationen gestoßen, die sich später als falsch oder irreführend erwiesen. In der Gesamtbevölkerung sind es 30 Prozent.
- 47 Prozent geben an, dass KI ihr Vertrauen in Online-Bewertungen und -Inhalte verändert hat. In der Gesamtbevölkerung sind es 37 Prozent.
- 23 Prozent haben aufgrund von KI-Ratschlägen negative Folgen erlebt. In der Gesamtbevölkerung sind es 16 Prozent.
- 18 Prozent geben an, dass Ratschläge einer KI sie emotional belastet haben. In der Gesamtbevölkerung sind es 12 Prozent.
KI rückt die Identität ins Visier
Bei jungen Menschen befeuert Künstliche Intelligenz eine Welle von Betrugsmaschen, die persönlicher und übergriffiger sind als je zuvor. Die Täter greifen zunehmend auf öffentlich zugängliche Informationen aus sozialen Medien zurück. Damit erstellen sie glaubwürdige Imitationen, geklonte Stimmen, gefälschte Bilder und persönliche Drohungen.
- 24 Prozent der jungen Menschen fielen einer Erpressungsmasche zum Opfer. In der Gesamtbevölkerung sind es 17 Prozent.
- 19 Prozent fielen einem Deepfake-Betrug oder einer Betrugsmasche mit vorgetäuschter Entführung zum Opfer. In der Gesamtbevölkerung sind es 8 Prozent.
- 8 Prozent fielen sogneanntem Sextortion zum Opfer. In der Gesamtbevölkerung sind es 7 Prozent.
- 14 Prozent fielen einer Betrugsmasche mit vorgetäuschter Identität zum Opfer. In der Gesamtbevölkerung sind es 10 Prozent.
- 12 Prozent fielen einem Liebesbetrug zum Opfer. In der Gesamtbevölkerung sind es 10 Prozent.
Als Reaktion teilen junge Erwachsene weniger persönliche Informationen im Internet, verschärfen ihre Datenschutzeinstellungen und ergreifen weitere Schutzmaßnahmen.
„Bei neuen Funktionen immer daran zu denken, sie zu deaktivieren, wenn sie meine Privatsphäre möglicherweise nicht respektieren, und zugleich jede Information zu überprüfen, kann sehr anstrengend sein“, sagte Liz Wigglesworth, Malware-Forscherin bei Malwarebytes und Angehörige der Gen Z. „Selbst wenn es nur um etwas so Banales wie ein lustiges Katzenvideo geht, frage ich mich immer, ob es echt oder KI ist und ob ich gerade Falschinformationen teile. Diese Skepsis brauche ich heute, um mich im Internet zurechtzufinden.“
Die vollständige Studie und Tipps zum Schutz finden Sie hier.
Mehr Informationen über die aktuellsten Cyberbedrohungen und -abwehrstrategien finden Sie auf dem Malwarebytes-Blog oder auf Facebook, Instagram, LinkedIn, TikTok und X.
Über die Studie
Die Studie basiert auf einer Befragung von 1.500 Personen aus den USA, dem Vereinigten Königreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz im März 2026. Sie vergleicht Erwachsene im Alter von 18 bis 22 Jahren mit der Gesamtbevölkerung und untersucht, wie KI digitales Vertrauen, Identität und Sicherheit im Internet beeinflusst.
Zusätzlichen Kontext liefert die Malwarebytes-Studie aus dem Jahr 2025 Tap, Swipe, Scam: How Everyday Mobile Habits Carry Real Risk. Sie untersuchte mobile Betrugsmaschen und damit verbundene Verhaltensweisen in denselben Märkten. Beide Studien wurden von einer unabhängigen Forschungsberatung erstellt und über Forsta durchgeführt.



