Dabei wird der Zugang an eine über die EUDI-Wallet verifizierte Identität geknüpft. Damit entstehen digitale Arbeitsräume, in denen ausschließlich verifizierte Personen zusammenarbeiten, was besonders für Behörden und KRITIS- und NIS2-regulierte Organisationen interessant ist.
Digitalisierung von Behördengängen
In vielen Verwaltungsprozessen sind digitale Abläufe heute bereits etabliert, stoßen jedoch dort an Grenzen, wo Identität, Zustimmung und Verbindlichkeit eindeutig nachgewiesen werden müssen. In der Praxis führt das weiterhin zu Medienbrüchen, etwa durch Ausdrucke, Scanprozesse oder persönliche Vorsprache. Der Showcase zeigt, wie sich Identitätsnachweise in OpenCloud in digitale Workflows integrieren lassen, um Medienbrüche zu reduzieren. Vorgänge lassen sich über mehrere Prozessschritte hinweg konsistenter digital abbilden, insbesondere dort, wo Nachvollziehbarkeit und kontrollierter Zugriff zentrale Anforderungen sind.
Besonders relevant ist die Nutzung verifizierter Identitätsnachweise im Login-Prozess für Behörden, regulierte Branchen sowie KRITIS- und NIS2-regulierte Organisationen, in denen Identitätsprüfung, kontrollierter Zugriff und Nachvollziehbarkeit zentrale Anforderungen sind. Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung ordnet die EUDI Wallet öffentlich als eines der aktuell wichtigsten Digitalisierungsprojekte ein. Der gemeinsam von OpenCloud und esatus realisierte Showcase greift diesen Ansatz in einer konkreten Anwendung auf.
QR-Code-Login mit Wallet-Bestätigung
Der Login wird über einen QR-Code im Browser initiiert, der per Smartphone gescannt wird. Die Bestätigung erfolgt in der EUDI-Wallet-App, in der die Identität der Nutzerinnen und Nutzer über die Online-Ausweisfunktion (eID) verifiziert ist. Nach erfolgreicher Bestätigung werden verifizierte Identitätsdaten aus der Wallet an die Anwendung übermittelt und OpenCloud freigeschaltet. Der Wallet-gestützte Login wurde gemeinsam mit esatus umgesetzt und demonstriert. Der Ablauf verbindet damit einen klaren Login-Prozess mit einem verifizierten Identitätsnachweis.
„Ein Wallet-gestützter Login ist mehr als ein neuer Authentifizierungsweg. Er schafft die Grundlage dafür, Identität in digitalen Prozessen durchgängig und belastbar abzubilden. Gemeinsam mit OpenCloud zeigen wir, wie sich dieser Ansatz konkret in bestehende Anwendungen integrieren lässt“, sagt Dr. Andre Kudra, CIO, esatus AG.
„Die Integration der EUDI Wallet in OpenCloud zeigt, wie gut sich verifizierte Identitäten auf Basis offener Standards in bestehende Umgebungen einbinden lassen. Über OpenID Connect und Keycloak konnte der Login-Prozess mit geringem Aufwand erweitert werden. So können Organisationen neue Anforderungen an digitale Identität umsetzen, ohne ihre Infrastruktur grundlegend zu verändern. Wir begrüßen daher sehr, dass das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung bei der Entwicklung der EUDI Wallet auf Open Source setzt“, sagt Tobias Baader, Produktmanager von OpenCloud.
Perspektive: Dokumente online signieren
Die Verifizierung der Identität schafft eine wichtige Voraussetzung, ersetzt jedoch keine elektronische Signatur. Der Showcase adressiert den Zugang als ersten Schritt. Als nächster Entwicklungsschritt bietet sich die Integration von Freigabe- und Signaturprozessen in digitale Dokumentenabläufe an. Damit können Dokumente nach der Finalisierung im Arbeitsraum ohne Medienbruch weiterverarbeitet werden.
Auf Anfrage ist eine Closed Beta möglich, in der Organisationen den Ansatz in einem klar definierten Rahmen unter realen Bedingungen erproben und Feedback einbringen können.
Über die esatus AG
Die esatus AG entwickelt und betreibt Identitätslösungen für komplexe IT- und Systemlandschaften. Seit über 35 Jahren liegt der Schwerpunkt auf dem Aufbau und Betrieb von Enterprise IAM Plattformen. Darauf aufbauend erweitert esatus bestehende Architekturen um KYC-Prozesse und die Integration verifizierbarer digitaler Identität, etwa über die EUDI-Wallet. Mit der eigenen Plattform SOWL stellt esatus Issuer-, Verifier- und Wallet-Integration bereit und verbindet diese mit bestehenden Systemen. So können Organisationen verifizierte Identitätsnachweise direkt in Login-, Zugriffs- und Vertrauensprozesse einbinden und digitale Abläufe in regulierten Umgebungen zuverlässig und nachvollziehbar umsetzen. Die Lösungen werden in Finanzinstituten, Industrie und öffentlichen Infrastrukturen produktiv eingesetzt.

