Manufacturing-X praxisnah: Smart Systems Hub (SSH) machte Ende Januar in den SAP Labs in Garching bei München den souveränen Datenaustausch als operative Realität erlebbar. Dabei setzte der Thin[gk]athon „Manufacturing-X Dataspace Adoption“ auf branchenübergreifende Co-Innovation mit klarem Fokus auf die Anwendung: Führende Organisationen wie SAP, die BMW Group oder das Fraunhofer IIS brachten konkrete Fragestellungen aus ihrem Geschäftsalltag ein, für die agile Teams innerhalb von knapp drei Tagen innovative Lösungsansätze entwickelten.
Die Challenges deckten das gesamte Spektrum der Industrie-4.0-Herausforderungen ab: vom digitalen Produktpass für Batterien über den IP-Schutz bei föderiertem KI-Modelltraining (z. B. für Qualitätschecks) bis hin zur Kalkulation des CO₂-Footprints im Montageprozess. Darüber hinaus erarbeiteten die interdisziplinären Teams Lösungen zur sicheren Skalierung der Asset Administration Shell (AAS) und entwickelten datenbasierte Strategien für die Circular Economy sowie technische Onboarding-Prozesse für den Catena-X Datenraum.
Vom Code zum Pitch: Echter Mehrwert der Datensouveränität greifbar gemacht
Damit die Teams ab Startschuss direkt in die Umsetzung gehen konnten, stellte der Smart Systems Hub sein Manufacturing-X Experimentierfeld bereit. Diese vorkonfigurierte Umgebung lieferte Identitäten, Eclipse Dataspace Connectors (EDC) und Wallets „ready-to-use“ und vereinfachte damit den Einstieg sowie die Adaption in Datenraum-Setups. Auf dieser Basis konnten die Teams binnen drei Tagen funktionale Lösungen pitchfertig gestalten, die demonstrieren, wie einfach und sicher Daten heute ausgetauscht werden können.
Eine hochkarätige Jury, besetzt unter anderem mit Vertretern von SAP, Siemens, VDMA und NTT Data, bewertete die Pitches der agilen Teams abschließend nach Business Value, technischer Machbarkeit und Pitch-Qualität. Folgende Teams überzeugten die Jurorinnen und Juroren besonders mit ihren zukunftsweisenden Lösungsansätzen:
1. Shell Administrators: Asset Administration Shell and Digital Twin
2. Watt-a-difference: CO2 Footprint in Assembly Process
3. X-Forces: Multi Data Space Onboarding
Das Preisgeld spendeten die Gewinnerteams an eine wohltätige Organisation ihrer Wahl.
Die Live-Brücke nach Berlin unterstrich den Spirit der Vernetzung über Grenzen hinweg: Parallel zum Coding in München wurden die Ergebnisse per Live-Stream auf die Fachmesse „all about automation“ übertragen, um vernetzte Innovation in Echtzeit einem breiten Fachpublikum zugänglich zu machen.
„Mit Datenräumen bewegen wir uns weg von einfachen Peer-to-Peer-Beziehungen hin zu multilateralen Verbindungen. So können wir Daten effizient und standardisiert austauschen – das bringt in der Breite eine höhere Durchschlagskraft“, ordnet Juror Matthias Scharpe, VDMA Fachverband Software und Digitalisierung, die Rolle von Manufacturing-X und offenen Datenräumen ein.
„Manufacturing-X lebt von unbürokratischen Plattformen für Zusammenarbeit sowie technologischen Beschleunigern. Genau das möchten wir Unternehmen mit Formaten wie dem Thin[gk]athon bereitstellen – und dazu beitragen, Digitalisierung schnell vom Konzept in die operative Realität zu bringen“, betont Michael Kaiser, CEO von Smart Systems Hub.
Auftakt für die neue hub:station München: Präsenz am Innovationsstandort
Dieser erste Thin[gk]athon in München diente als Eröffnung der neuen hub:station in München, die mittlerweile achte Außenstelle des Smart Systems Hub innerhalb der „Open Smart Systems Hub Community“: An ausgewählten Innovationsstandorten ist der Hub durch eigene Repräsentanten und enge Partner direkt im lokalen Netzwerk vertreten. Die Anbindung an die SAP Labs als Innovationsschmiede stärkt den Hub als überregionale Community.
„München wird die neue hub:station des Smart Systems Hub – ein führender High-Tech-Standort für Industrial AI und Manufacturing-X“, erklärt Mirko Paul, hub:station Manager und direkter Ansprechpartner für den Münchner Raum. „Gemeinsam mit Partnern wie Telekom, SAP und Wandelbots bringen wir Co-Innovation direkt in die industrielle Anwendung und führen Datenräume, Technologien und Akteure wirksam zusammen.“