Ohne Monitoring keine Compliance: Europäische Unternehmen tragen Verantwortung

Jean-Baptiste Ceaux, Director of Operations Europe bei Sourcemap, zum neuen EU-Lieferkettengesetz

01.12.2022 /

In den nächsten zwei Jahren sollen weltweit 14 neue Gesetze zu Sorgfaltspflichten in der Lieferkette verabschiedet werden oder in Kraft treten, unter anderem in den USA und in der EU. Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz tritt erstmals im Januar 2023 in Kraft und gilt zunächst für Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitern. Ziel dieser Gesetze ist es, neue Standards zu etablieren, die Minimalanforderungen in Bezug auf Arbeitssicherheit, Arbeitsbedingungen, Menschenrechte, Gesundheit und Umwelt umfassen. Für Unternehmen bedeutet das, dass sie entlang ihrer Lieferketten Risiken ermitteln und entsprechende Maßnahmen einleiten müssen.

Black Box Lieferkette

Nur wenn herstellende Unternehmen ihre gesamten Lieferketten vom fertigen Produkt bis hin zum Rohmaterial zurückverfolgen können, sind sie auch dazu in der Lage, bei ihren Lieferanten die Einhaltung von Standards zu überprüfen. In der Vergangenheit gab es immer wieder Skandale, weil Marken zwar gut über ihre direkten Lieferanten informiert waren, aber weder ihre Tier-2-, Tier-3- und weiteren indirekten Zulieferer noch die Rohstoffproduzenten kannten. Bisher führten derartige Vorkommnisse schlimmstenfalls zu Reputationsverlust, was für eine Marke schon schwer genug sein kann. Doch mit dem Inkrafttreten des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes und dem bevorstehenden europäischen Green New Deal im Jahr 2025 wird sich hier noch einiges ändern: Wer seine Sorgfaltspflichten nicht einhält, wird künftig mit Sanktionen rechnen müssen. Doch wie genau können Unternehmen es schaffen, ihre teils hochkomplexen Supply Chains zu überblicken und damit die Einhaltung der neuen Standards sicherzustellen?

Lückenloses Monitoring hochkomplexer Lieferketten

Der erste Schritt in Richtung Due Diligence ist das Erfassen sämtlicher Stakeholder einer Lieferkette auf einer Plattform (Supply Chain Mapping). Die Plattform verschafft einen umfangreichen Überblick über das verästelte Geflecht des Lieferkettennetzwerks. Da dieses in der Regel sehr komplex ist, empfiehlt sich eine Supply-Chain-Mapping-Software für die Berücksichtigung der Stakeholder entlang der gesamten Lieferkette und für das Management der zugehörigen Informationen. Die Software macht die entsprechenden Daten für Unternehmen und andere relevante Akteure lesbar und nutzbar, vorausgesetzt, diese sind eindeutig, objektiv und nachprüfbar.

Um eine solche Datenqualität zu erreichen und so die lückenlose Einhaltung von Standards zu ermöglichen, bedarf es vieler verschiedener Maßnahmen. Dazu gehört zum Beispiel das Einholen von Selbstauskünften der Zulieferer. Aber auf Wunsch eines Unternehmens können auch andere Datensätze und Methoden eingesetzt werden, etwa die Beobachtung per Satellit, Kontrollen vor Ort, oder der Abgleich von erwarteten und gemeldeten Produktionsmengen der Zulieferer.

Die entsprechenden Informationen unterstützen Unternehmen dabei, ihre Entscheidungen auf der Basis von nachprüfbaren Daten zu treffen und im Fall eines festgestellten Risikos in der eigenen Lieferkette eine Lösung zu finden, die den eigenen Richtlinien und Nachhaltigkeitszielen entspricht – zum Beispiel ihre Zulieferer zu anderem Verhalten aufzufordern oder diese aus ihrer Lieferkette auszuschließen. So kann die Software den Prozess der Risiko- und Folgenabschätzung automatisieren, indem sie Stakeholder anhand von selbst gemeldeten oder von Dritten bereitgestellten Daten erfasst und bewertet.

Hohe Kosten und Sanktionen bei Nichteinhaltung

Der neueste Entwurf der Europäischen Kommission für ein Verbot von Produkten, die mit Zwangsarbeit hergestellt wurden, wurde am 14. September 2022 vorgestellt. Grundlage des Gesetzes ist ein System, in dem nationale Behörden mit Untersuchungen alle Produkte abdecken, die auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht werden. Der Entwurf sieht vor, dass Behörden in Zukunft dazu befähigt sein sollen, auf dem EU-Markt Produkte aus dem Verkehr zu ziehen, die mit Zwangsarbeit hergestellt wurden. Unternehmen, die in ihren Lieferketten die nötigen Sorgfaltspflichten einhalten, vermeiden also ein ökonomisches Risiko und können sich gleichzeitig von ihren Wettbewerbern abheben und von einem reduzierten Risiko für ihre Marke und ihren Ruf profitieren. Deshalb ist das lückenlose Monitoring der gesamten Lieferkette nicht nur aus ethischen Gründen ein Muss, es ist für Unternehmen auch finanziell günstiger, als auf diese Transparenz zu verzichten.

Über den Autor

Jean-Baptiste Ceaux ist Director of Operations Europe bei Sourcemap. Er ist seit Januar 2022 Teil des Unternehmens und hat dessen europäische Hauptniederlassung in Paris eröffnet. Jean-Baptiste Ceaux ist dafür verantwortlich, die Lösungen von Sourcemap an die spezifischen europäischen Anforderungen und Bedingungen anzupassen – etwa an Vorschriften auf nationaler und EU-Ebene. Als Director of Operations Europe ist er außerdem maßgeblich an der Bildung der Expertenteams beteiligt, die europäische Sourcemap Kunden beraten. Vor seiner Tätigkeit bei Sourcemap Jean-Baptiste Ceaux in der Finanzbranche und als Gründer tätig.

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Über Sourcemap

Sourcemap bietet Komplettlösungen für die lückenlose Transparenz und Rückverfolgbarkeit von Rohstoffen entlang der gesamten Lieferkette. Die Lösung von Sourcemap ermöglicht es Einzelhändlern, Herstellern und Marken die einzelnen Bestandteile ihrer Lieferkette nachzuvollziehen und auf die Einhaltung ihrer Sorgfaltspflichten zu überprüfen. Sourcemap befähigt Unternehmen, Risiken bei Lieferanten zu identifizieren und zu bewerten und ihre Lieferketten in Echtzeit abzubilden. So verbessern sie die Planung, erhöhen die Resilienz, optimieren die Rückverfolgbarkeit von Transaktionen und decken betrügerische Geschäftspraktiken auf. Mit über 400.000 registrierten Unternehmen schafft Sourcemap weltweit mehr Transparenz für die Lieferkette. In seiner Zentrale in New York und weiteren Büros auf der ganzen Welt beschäftigt Sourcemap 60 Mitarbeiter.

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