Wasser und Afrika: Fünf erstaunliche Fakten, die Sie noch nicht kannten

Wasser ist Leben. Und theoretisch gibt es von diesem Lebenselixier weltweit auch mehr als genug für alle. Das Problem: Bei weitem nicht jeder Mensch kann einfach den Wasserhahn aufdrehen und schon sprudelt es.

München, 17.03.2020 /

Laut UN-Wasserbericht haben weltweit 2,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu trinkbarem und durchgängig verfügbarem Trinkwasser. Zwei Drittel der Weltbevölkerung lebt demnach sogar in Gebieten, die mindestens einen Monat im Jahr von Wasserknappheit betroffen sind. Dazu zählen vor allem auch Menschen in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara, wie Äthiopien.

Dachten Sie sich schon? Dann haben wir zum Weltwassertag am 22. März fünf weitere Fakten, die Sie zum Thema Wasser und Afrika vielleicht noch nicht kannten.

  1. Wassermangel und Wasserüberfluss in Afrika

Afrika ist der Kontinent mit dem größten oberirdischen, nicht gefrorenen Wasservorkommen. Dazu tragen große Ströme wie Nil, Kongo und Niger ebenso bei wie 677 afrikanische Seen. Genug Wasser also für alle Afrikaner? Mitnichten. Das große Problem ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Das Wasser aus Flüssen und Seen ist verschmutzt, mit Keimen und Krankheitserregern kontaminiert und zudem sehr ungleich verteilt. Gerade in ländlichen Regionen sind Wasserstellen oft kilometerweit weg. In Äthiopien verbringen Frauen und Kinder teils mehrere Stunden täglich mit Wasserholen.

Eine Lösung für den Wassermangel kann das Grundwasser sein. Berechnungen zufolge verfügt Afrika über 600.000 Kubikkilometer Grundwasser, das ist rund das 30-fache des Niederschlags, der in einem Jahr auf dem gesamten Kontinent fällt. Dieser Vorkommen bedient sich auch Menschen für Menschen, um Handpumpbrunnen und städtische Wasserversorgungssysteme zu errichten. Über eine Million Äthiopier haben durch diese Maßnahmen heute Zugang zu sauberem Trinkwasser.

  1. Wasserverbrauch in Deutschland und Äthiopien: Vollbad vs. kurz abduschen

Mindestens 50 Liter Wasser sind pro Tag und Person laut den Vereinten Nationen notwendig, um die Grundbedürfnisse zu stillen, Krankheiten zu vermeiden und die Leistungsfähigkeit zu erhalten. Jeder Deutsche verbraucht täglich im Durchschnitt 121 Liter Wasser. Das ist ungefähr das Fassungsvermögen einer durchschnittlichen Badewanne. Rechnet man das Wasser dazu, das die Industrie etwa zur Warenproduktion einsetzt, kommt ein durchschnittlicher Deutscher sogar auf einen Verbrauch von rund 4.000 Litern am Tag. Einem Äthiopier stehen im Durchschnitt 20 Liter Wasser am Tag zur Verfügung, in ländlichen Regionen sind es teilweise sogar nur fünf bis zehn Liter. Das ist in etwa die Menge Wasser, die wir in einer halben Minute Duschen verbrauchen.

  1. Wassermangel trifft zuerst die Schwächsten

Wer nur wenige Liter Wasser am Tag zur Verfügung hat, spart notgedrungen am ehesten bei der Körperhygiene. Das hat zuallererst negative Folgen auf die Schwächsten der Gesellschaft: Kinder. Die Gefahr für Kinder in Subsahara-Afrika, wegen mangelhafter Hygiene an Durchfallerkrankungen zu sterben, ist 500-mal höher als für Kinder in Europa. Weltweit stirbt alle 15 Sekunden ein Kind an einer Krankheit, die durch unsauberes Wasser verursacht wurden, etwa Diarrhö. Zudem hat mangelnder Zugang zu Wasser nicht nur Auswirkungen auf das Hier und Jetzt vieler Kinder, sondern auch auf ihre Zukunft. Nach UN-Angaben gehen jedes Jahr 443 Millionen Schultage wegen Krankheiten, die auf Wassermangel zurückzuführen sind, verloren. Hinzu kommen die langen Märsche an die nächste Wasserstelle, denen der Schulbesuch auch zum Opfer fällt.

  1. Händewaschen gelingt mit Geburtstagsständchen

Eigentlich ist es ja eine Selbstverständlichkeit, doch gerade in Zeiten des Coronavirus ist das Händewaschen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt. Zurecht: Etwas Wasser – sofern vorhanden – und ein Stück Seife sind das kostengünstigste Mittel, Krankheiten zu vermeiden. Einfaches Händewaschen senkt die Wahrscheinlichkeit, an Diarrhö zu erkranken, um 35 Prozent.

Im Rahmen unseres Arbeitsschwerpunktes WaSH (Wasser, Sanitär, Hygiene) legen wir daher neben dem Ausbau der Wasserversorgung großen Wert auf begleitende Hygieneschulungen, etwa an Schulen. Mit welchem Trick man sich die Hände effektiv wäscht, machte übrigens einst Larry David im Woody-Allen-Film „Whatever works“ vor: Wer beim Händewaschen zweimal „Happy birthday“ singt, wäscht lange genug, um lebensgefährliche Krankheitserreger zu beseitigen.

  1. Für jeden Wasser-Euro gibt es ein Vielfaches zurück

Jeder Euro, der in Wasserversorgung und sanitäre Anlagen in Entwicklungsgebieten investiert wird, bringt langfristig einen Ertrag zwischen fünf und 25 Euro. Das hat die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer groß angelegten Studie errechnet. Durch den Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitäranlagen werden Krankheiten wie Durchfall oder Trachom vermieden. Die Kosten für Arztbesuche fallen weg und das Ersparte kann sinnvoller investiert werden. Außerdem haben etwa Frauen mehr Zeit ein Einkommen für sich und ihre Familien zu erwirtschaften. Kinder können regelmäßig am Unterricht teilnehmen und eine Ausbildung für einen langfristig höheren Lebensstandard zu Einkommen absolvieren.

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Über Stiftung Menschen für Menschen

Die Stiftung Menschen für Menschen leistet seit fast 40 Jahren nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit in Äthiopien. In aktuell elf Projektregionen setzen rund 640 fest angestellte und fast ausschließlich äthiopische Mitarbeiter gemeinsam mit der Bevölkerung die integrierten ländlichen Entwicklungsprojekte um. Dabei verzahnt die NGO rund 380 Maßnahmen in den Bereichen Landwirtschaft, Wasser, Bildung, Gesundheit und Einkommen miteinander und befähigt die Menschen, ihre Lebensumstände aus eigener Kraft zu verbessern.

Den Grundstein für die Stiftung legte 1981 der Schauspieler Karlheinz Böhm (gest. 2014) in der Sendung „Wetten, dass...?“. Menschen für Menschen trägt durchgehend seit 1993 das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI).

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